Der Namenspatron von Niederösterreichs Landeshauptstadt

Ein Artikel von Monika Stradner | 02.04.2025 - 15:57
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Die Altstadt von St. Pölten ist geprägt vom Dom, der eng mit dem heiligen Hippolyt verbunden ist © Sina Ettmer Photography/Shutterstock

Seit dem Jahr 1986 ist St. Pölten die Hauptstadt Niederösterreichs. Davor war lange Zeit Wien der Sitz der niederösterreichischen Landesregierung, aufgrund einer Volksbefragung kam diese schließlich nach St. Pölten. Der Name dieser Stadt steht in Verbindung mit einem Heiligen, der im 2. und 3. Jh. in Rom, u. a. als Schriftsteller und Gelehrter, wirkte.

Die Domkirche in St. Pölten wurde im 11. und 12. Jh. errichtet. Sie ist seit dem Spätmittelalter Mariä Himmelfahrt geweiht – das Szenario ist eindrücklich auf dem Altarbild dargestellt. Im Dom werden auch die Reliquien des Heiligen verwahrt, der sich im Ortsnamen wiederfindet: dem heiligen Hippolyt.

Dieser war als Kritiker an Papst Kallistus bekannt und gründete eine eigene Gemeinde, schließlich wurde er zur Zwangsarbeit nach Sardinien verbannt, seine sterblichen Überreste wurden später in Rom beigesetzt. Bis heute prägt ein ihm zugeschriebenes Werk (allerdings ist die Verfasserschaft umstritten), die sogenannte „Apostolische Überlieferung“ Abläufe in der Katholischen Kirche, wie etwa Feiern wie die Taufe, Firmung oder die Bischofsweihe.

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Das Landhausviertel an der Traisen ist entstanden, als St. Pölten die Landeshauptstadt Niederösterreichs wurde © Simlinger/Shutterstock

Die Geschichte kennt auch noch einen anderen Hippolyt, der im 5. Jh. als Kerkermeister diente, sich zum Christentum bekehrte und schließlich als Märtyrer starb – sein Körper wurde an vier Pferden befestigt und durch deren Kraft in Stücke gerissen. Sein Name bedeutet übersetzt „Pferdebändiger“, er gilt bis heute als Schutzpatron der Pferde.

Im 8. Jh. sollen die Reliquien des Hl. Hippolyt von Rom nach Frankreich ins Elsass nach Sainte-Hippolyte (im Wappen findet sich noch heute das bildlich dargestellte Martyrium) gewesen sein – die dortigen Herrscher sollen über das Kloster Tegernsee auch mit der Gründung von St. Pölten, der ehemaligen Römerstadt Aelium Cetium, in Zusammenhang gestanden sein, da dort ebenfalls ein Kloster gegründet wurde. So fanden schließlich die Reliquien von Hippolyt ihren Weg nach St. Pölten. – Pilt oder Pölt sind deutsche Kurzformen des Namen Hippolyt, sie entstanden wohl mit der Zeit aus der französischen Aussprache „Ypolit“.